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Euronext CoT: Positionsstichtag 14.08.2026 | Veröffentlichung 19.08.2026 CFTC CoT: Positionsstichtag 18.08.2026 Nach der kräftigen Erholung der vergangenen Wochen gab Dezember-Weizen am Freitag um 2,75 €/t auf 238,25 €/t nach. Der Rücksetzer unmittelbar vor der 240-€/t-Marke wirkt bislang eher wie eine Konsolidierung als wie eine fundamentale Trendwende. Denn das Umfeld hat sich gleichzeitig verschärft: Der IGC reduziert seine Weltgetreideprognose erneut, Deutschland und Frankreich bleiben deutlich hinter dem Vorjahr zurück, internationale Importpreise steigen – und aus dem Schwarzmeer-Risiko ist inzwischen eine tatsächliche Störung der Exportströme geworden. 📊 Euronext – Fonds bleiben long, werden aber vorsichtiger Investmentfonds Long: 184.143,09 Lots Short: 115.678,58 Lots ➡️ Netto: +68.464,51 Lots Veränderung zur Vorwoche Long: +4.566 Lots Short: +18.876 Lots ➡️ Netto: −14.310 Lots Die Investmentfonds bleiben damit deutlich netto long, haben ihre bullische Nettoposition allerdings merklich reduziert. Bemerkenswert: Die Fonds verkauften ihre Longpositionen nicht. Sie erhöhten Long sogar um rund 4.600 Lots, bauten gleichzeitig aber fast 18.900 neue Short-Lots auf. Das spricht eher für zunehmende Absicherung und Vorsicht als für einen vollständigen Ausstieg aus der bullischen Weizenthese. 🏭 Commercials / Handelsunternehmen Long: 236.870,02 Lots Short: 380.463,55 Lots ➡️ Netto: −143.593,53 Lots Veränderung zur Vorwoche Long: +4.200 Lots Short: −2.447 Lots ➡️ Netto: +6.647 Lots Die Commercials bleiben stark netto short, haben ihre Absicherung aber erneut reduziert. Der Verkaufs- und Absicherungsdruck der Commercials etwas ab. Das ist kein eindeutiges bullisches CoT-Signal – aber ebenso wenig eine klare bearishe Trendwende. 🇺🇸 Chicago – Qualitätsweizen bleibt stärker Beim Chicago SRW bleibt Managed Money netto short, der Shortdruck hat sich zuletzt aber abgeschwächt. Beim proteinreicheren Kansas-HRW-Weizen bleiben die Fonds dagegen deutlich netto long. 🇩🇪 Deutschland – Hitze kostet rund 3 Mio. t Getreide und Raps Die endgültige Bilanz des Deutschen Raiffeisenverbands bestätigt die deutlichen Hitzeschäden. Deutsche Getreideernte 2026: 40,6 Mio. t gegenüber rund: 45 Mio. t im Vorjahr ➡️ mehr als 10 % weniger Auch gegenüber dem Fünfjahresmittel von 42,5 Mio. t fällt die Ernte schwach aus. Der wirtschaftliche Schaden wird auf mehr als 600 Mio. € geschätzt. 🇫🇷 Frankreich – unter 2025, Qualität überwiegend ordentlich Frankreich erwartet rund: 32,0 Mio. t Weichweizen➡️ etwa 4 % weniger als 2025 Der durchschnittliche Ertrag wird mit rund: 69,3 dt/haangegeben. Eine Marktumfrage von Argus fällt sogar noch vorsichtiger aus und sieht die französische Ernte lediglich bei etwa 30,8 Mio. t und einem durchschnittlichen Ertrag von 6,67 t/ha. Positiv bleibt die Qualität: In weiten Teilen Frankreichs wird bislang ausreichend Ware für Mühlen- und Exportanforderungen gemeldet. 🌍 IGC senkt Weltgetreideprognose erneut Am 20. August hat der International Grains Council seinen neuen Grain Market Report veröffentlicht. Die Prognose für die weltweite Getreideproduktion 2026/27 wurde um weitere: 5 Mio. tauf nur noch: 2.416 Mio. to reduziert. Der IGC nennt ausdrücklich niedrigere Erwartungen für Weizen, Mais und Sorghum als Ursache der Abwärtskorrektur. Die globale Getreideversorgung wird enger und die Bestände werden weiter abgebaut werden. 📈 Physischer Weizenmarkt wird deutlich fester Aktuelle IGC-Exportpreisindikationen. Französischer Grade-1-Weizen, Rouen 18.08.: 269 US$/t 19.08.: 273 US$/t 20.08.: 275 US$/t ➡️ +6 US$/t innerhalb von zwei Tagen Zum Vergleich am 20. August: US HRW Gulf: 333 US$/t US SRW Gulf: 284 US$/t Damit zeigt der physische Exportmarkt eine deutlich stärkere Preisentwicklung als der kleine Rücksetzer der MATIF am Freitag vermuten lässt. 🚢 Tender – Importnachfrage akzeptiert höhere Preise Auch die jüngsten Käufe bestätigen dieses Bild. 🇯🇴 Jordanien – 60.000 t zu 318,95 US$/tJordanien kaufte am 18. August: 60.000 t Mahlweizenvon CHS zu: 318,95 US$/t C&F für Lieferung in der ersten Oktoberhälfte. Jordanien kündigte bereits den nächsten Tender für den 27. August an. ⚠️ Schwarzes Meer – aus Risiko wird reale Exportstörung Hier liegt aus unserer Sicht die wichtigste neue Entwicklung dieser Woche. Die gegenseitigen Angriffe Russlands und der Ukraine richten sich inzwischen verstärkt gegen Häfen, Schiffe und Getreideexport-Infrastruktur. Russische Angriffe haben die Verschiffung über ukrainische Schwarzmeerhäfen stark beeinträchtigt. Gleichzeitig traf die Ukraine russische Getreideterminals in Novorossiysk, einem der wichtigsten russischen Exportstandorte. Die Auswirkungen sind bereits messbar: Ukrainische Getreideexporteim August etwa: −75 % Russische Exportemehr als: −50 % gegenüber August 2025 Alternative Wege über Donau und Bahn können die ausgefallenen Schwarzmeerkapazitäten bislang nur teilweise ersetzen. Russland und die Ukraine gehören gemeinsam zu den wichtigsten Weizenexporteuren der Welt. Eine länger anhaltende Einschränkung ihrer Exportfähigkeit kann deshalb nicht ohne Folgen für: Nordafrika | Nahost | Asien bleiben. Damit verändert sich die entscheidende Frage: Nicht mehr nur: Wie groß ist die russische Ernte? Sondern: Wie viel russischer und ukrainischer Weizen erreicht tatsächlich den Weltmarkt? Und genau dieser Unterschied könnte für MATIF-Weizen in den kommenden Wochen entscheidend werden. 📈 Technischer Ausblick – MATIF Dezember 2026 Schlusskurs: 238,25 €/t Unterstützungen 235–238 €/t 230–233 €/t 225–228 €/t Widerstände 240–242 €/t 245 €/t 250 €/t Der Rücksetzer am Freitag erfolgte erneut unmittelbar an der wichtigen 240-€/t-Zone. Solange 235–238 €/t halten, bleibt das technische Bild positiv in Zielrichtung 256,75 EUR/to Unter 235 €/t könnte sich eine Konsolidierung zunächst in Richtung: 230–233 €/t ausweiten. 🚜 Vermarktungsempfehlung für Landwirte Bei 238,25 €/t Dezember befinden wir uns weiterhin in einem interessanten Vermarktungsbereich, gleichzeitig haben sich die fundamentalen Argumente für höhere Preise verbessert. 👉 Bei größeren offenen Mengen können 238–242 €/t für kleine Teilabsicherungen genutzt werden. 👉 Bereits gut vermarktete Betriebe können Restmengen weiterlaufen lassen. 👉 Ein bestätigter Ausbruch über 242 €/t eröffnet wieder Potenzial auf 245 €/t und anschließend 250 €/t/256,75 EUR/to 👉 Unter 235 €/t wäre ein Rücksetzer auf 230–233 €/t einzukalkulieren. Wir bleiben für Weizen vorsichtig bullisch. 240–242 €/t ist beim Dezember-Kontrakt die entscheidende Schlüsselzone. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber ebnet den Weg gen 250/256/€/t. Dieser Bericht dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlage- oder Handelsberatung dar. Redaktionell geprüft und veröffentlicht durch Buthega. KI wurde unterstützend für Recherche, Analyse und Redaktion eingesetzt.
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AutorBianca Buthmann
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