Weizen hält 200 € – Erntedruck trifft auf Commercial-Stützung, Fonds reduzieren short Positionen5/7/2026 CoT Report Positionsstichtag: 26.06.2026
Euronext-Veröffentlichung: 01.07.2026 Der MATIF-Weizen September schloss am 03.07. bei 201,50 €/t und behauptet sich damit weiterhin knapp oberhalb der psychologisch wichtigen 200-€/t-Marke. Die Fonds bleiben zwar deutlich netto short positioniert, haben ihre Short-Positionen zuletzt jedoch etwas reduziert. Gleichzeitig bleiben die Commercials netto long und wirken weiterhin stabilisierend auf den Markt. 📊 Positionierung Investment Funds (Euronext MATIF)
Commercials (Handel / Industrie)
➕ Globales CoT-Signal – CBOT Soft Red Winter WheatManaged Money in Chicago:
📰 Marktnews Der Weizenmarkt stand in dieser Woche weiterhin unter dem Einfluss der laufenden Ernte auf der Nordhalbkugel. Vor allem der schnelle Erntefortschritt in den USA sowie der Beginn der Ernte in Frankreich und Deutschland sorgten für Angebotsdruck. In den USA war die Winterweizenernte per 28. Juni zu 48 % abgeschlossen. Das liegt deutlich über dem Vorjahr und über dem langjährigen Durchschnitt. Gleichzeitig berichten Marktteilnehmer weiterhin von unterdurchschnittlichen Erträgen in den besonders trockenen Regionen der südlichen Plains, wodurch das zusätzliche Angebot teilweise kompensiert wird. In Deutschland ist die Ernte mit der Wintergerste angelaufen. Erste Ergebnisse aus Westfalen-Lippe zeigen 6–7 t/ha auf leichteren Standorten sowie 8–9 t/ha auf besseren Böden. Die Erträge werden insgesamt als ordentlich beschrieben. Für Winterweizen liegen bislang noch keine belastbaren Druschergebnisse vor, allerdings hat die Hitzewelle Ende Juni die Abreife deutlich beschleunigt. In vielen Regionen wird der Weizendrusch etwa eine Woche früher als üblich erwartet. Auch in Frankreich ist die Ernte außergewöhnlich früh gestartet. Im Südwesten wurden bereits ab Mitte Juni erste Wintergerstenbestände gedroschen. Erste Praxiserträge lagen je nach Standort zwischen 50 und 70 dt/ha. FranceAgriMer erwartet für Wintergerste im Durchschnitt rund 67 dt/ha, was etwa 4 % unter dem Vorjahr liegt. Beim Weizen richtet sich der Blick nun auf die Auswirkungen der Hitzewelle während der Kornfüllungsphase. Die EU-Kommission erwartet für 2026 eine Weichweizenernte von rund 126 Mio. t, während private Analysten teilweise etwas höhere Schätzungen veröffentlichen. Gleichzeitig senkte MARS den durchschnittlichen EU-Weichweizenertrag zuletzt auf rund 6,01 t/ha, insbesondere aufgrund trockener Bedingungen in Teilen Mittel- und Osteuropas. Im Exportgeschäft bleibt der Schwarzmeerraum der wichtigste Wettbewerber. Russland bietet weiterhin sehr aggressiv an und begrenzt damit die Exportchancen für französischen und deutschen Weizen. Die EU-Weizenexporte erreichten in der Saison 2025/26 bis Ende Juni rund 23,2 Mio. t und lagen damit leicht über dem Vorjahr. 📈 Preisausblick – Weizen Schlusskurs: 201,50 €/t (MATIF September) 📉 Unterstützungen: 200 | 198 | 195 €/t 📈 Widerstände: 205 | 208 | 212 €/t 👉 Die 200-€/t-Marke bleibt der entscheidende Unterstützungsbereich. 👉 Unterhalb von 200 €/t könnte der Verkaufsdruck der Fonds wieder deutlich zunehmen. 👉 Ein Anstieg über 205 €/t würde das technische Bild aufhellen; oberhalb von 208 €/t könnte neues Aufwärtsmomentum entstehen. 👨🌾 Vermarktungsempfehlung Die aktuelle Positionierung spricht weiterhin für eine gestaffelte Vermarktung. Die Commercials sehen auf dem aktuellen Preisniveau Kaufinteresse, während Fonds trotz leichter Short-Eindeckungen grundsätzlich bärisch bleiben. Wer noch größere Mengen offen hat, sollte mögliche Erholungen in Richtung 205–208 €/t für Teilverkäufe nutzen. Gleichzeitig erscheinen Verkäufe direkt an der 200-€/t-Marke aufgrund der stabilisierenden Commercial-Positionierung derzeit wenig attraktiv. ➡️ Weizen verteidigt die 200-€/t-Marke – zwischen saisonalem Erntedruck und stabilisierender physischer Nachfrage bleibt der Markt kurzfristig richtungsoffen.
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AutorBianca Buthmann
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