|
CoT-Signal der Woche | KW 35/2026, MATIF Weizen September 2026: 250,50 €/t
Freitag, 28.08.: +3,00 €/t, CoT Bericht 21.08.26, veröffentlicht 26.08.2026 Der Weizenmarkt hat die Rally fortgesetzt und die psychologisch wichtige Marke von 250 €/t erreicht. Jetzt rückt ein technisch hochinteressantes Niveau ins Blickfeld: 🎯 256,75 €/t – das alte Novemberhoch aus 2024, ein nachhaltiger Ausbruch darüber könnte technisch eine neue Phase der Aufwärtsbewegung einleiten. Fundamental hat die Rally inzwischen Substanz: Schwarzmeerexporte sind massiv beeinträchtigt, der IGC kürzt die Welt- und EU-Weizenernte, physische Exportpreise steigen und die Fondspositionierung dreht deutlich bullischer. 📊 Euronext CoT – Fonds kaufen und schließen gleichzeitig Shorts Investmentfonds Long: 189.048,99 Lots Short: 109.844,38 Lots ➡️ Netto: +79.204,61 Lots Wochenveränderung Long +4.906 Lots Short −5.834 Lots ➡️ Netto +10.740 Lots Das ist deutlich bullischer als in der Vorwoche: Neue Longpositionen werden aufgebaut und gleichzeitig Shorts geschlossen. Euronext weist genau diese Veränderungen aus. 🏭 Commercials Long: 253.227,05 Lots Short: 418.426,70 Lots ➡️ Netto: −165.199,65 Lots Wochenveränderung: Long +16.357 Lots Short +37.964 Lots ➡️ Netto-Shortposition steigt um 21.607 Lots Hier sehen wir die Gegenbewegung: Die Commercials haben den starken Preisanstieg massiv zur Absicherung genutzt. Fonds kaufen die Rally – Commercials hedgen sie. Das ist zunächst ein typisches Bild eines steigenden Marktes. Die inzwischen sehr große Commercial-Shortposition mahnt allerdings dazu, nach der Rally nicht jede Bewegung unkritisch fortzuschreiben. 🇺🇸 Chicago – deutliche bullische Bewegung Der neue CFTC-Bericht hat den Positionsstichtag 25.08.2026. SRW – Managed Money Long 87.501 Short 101.098 ➡️ Netto −13.597 Kontrakte Wochenveränderung: Long +8.590 Short −3.141 ➡️ Netto +11.731 Kontrakte Das ist wichtig: Die Fonds kaufen Chicago-Weizen und schließen gleichzeitig Shorts. Kansas HRW Long 76.033 Short 33.519 ➡️ Netto +42.514 Kontrakte Wochenveränderung: Long +8.523 Short −2.494 ➡️ Netto +11.017 Damit wird die bullische Qualitätsweizenposition nochmals erheblich ausgebaut. MATIF + SRW + HRW zeigen damit erstmals seit Wochen ziemlich eindeutig in dieselbe Richtung. 🌍 IGC – Weltweizen erneut gekürzt Der August-Bericht des IGC bestätigt die fundamental engere Entwicklung. Weltweite Weizenernte 2026/27: 816,7 Mio. t ➡️ −4,3 Mio. t gegenüber Juli EU: 133,9 Mio. t vorher 135,7 Mio. t Russland:88,4 Mio. t vorher rund 89,8 Mio. t Damit hat der IGC nicht nur Europa, sondern auch Russland zurückgenommen. Noch wichtiger: Der IGC schätzt, dass seit der Eskalation Mitte Juli die Schwarzmeerexporte bereits etwa 4 Mio. t unter einem normalen Verlauf liegen. ⚠️ Schwarzmeer – jetzt der wichtigste Kurstreiber Aus einem geopolitischen Risiko ist eine reale physische Exportstörung geworden. Angriffe auf Häfen, Terminals und Frachter treffen inzwischen beide Seiten. Einschränkungen an der Straße von Kertsch und am Asow-Don-Kanal betreffen eine Route, über die normalerweise schätzungsweise 28 % der russischen Weizenexporte laufen. S&P Global beziffert gefährdete russische Getreideverschiffungen für Juli/August auf 1,7–2,1 Mio. t, zusätzlich standen rund 500.000 t ukrainische Weizenlieferungen unter Risiko. Noch deutlicher ist die Ukraine: Die großen Schwarzmeerhäfen Odesa, Chornomorsk und Pivdennyi bewegen normalerweise rund 6 Mio. t monatlich; zuletzt sollen die Ausfuhren auf etwa 500.000 t gefallen sein. Auch Russland kämpft mit massiven Störungen in Novorossiysk und anderen Exporthäfen. 📈 Physischer Weizen bestätigt die Rally Hier wird es besonders interessant. IGC – französischer Grade 1 Rouen 21.08. 273 US$/t 25.08. 275 US$/t 26.08. 283 US$/t 27.08. 286 US$/t ➡️ +13 US$/t in weniger als einer Woche US-SRW Gulf stieg gleichzeitig auf 308 US$/t, HRW auf 349 US$/t. Damit ist die MATIF-Rally nicht nur spekulativ. Der physische Exportmarkt zieht mit. 🚢 Tender – Nachfrage bleibt aktiv Jordanien schrieb diese Woche erneut bis zu: 120.000 t Mahlweizenaus, in zwei möglichen 60.000-t-Partien für Oktoberlieferung. Die Angebotsfrist lief am 27. August. Zuvor hatte Jordanien am 18. August 60.000 t gekauft. Algeriens letzter großer Kauf von bis zu 720.000 t zu 289–290 US$/t C&F bleibt ebenfalls ein wichtiger Benchmark – rund 25 US$/t höher als beim Juni-Tender. Steigen die Schwarzmeer-Risiken weiter, dürften nordafrikanische Käufer stärker auf EU-, US- und andere Herkünfte ausweichen müssen. 🏭 Verarbeitung & Qualität Die europäische Mühlen- und Futternachfrage bleibt stabil. Entscheidend wird jetzt aber zunehmend die Qualität. Die kleinere EU-Ernte trifft auf stark unterschiedliche Werte bei: Hektolitergewicht | Mahlweizenanteil. Gerade das starke HRW-Signal in Chicago zeigt, dass der Markt hochwertigen Weizen zunehmend mit einer Prämie bewertet. 📈 Technik – jetzt wird 256,75 €/t entscheidend MATIF September: 250,50 €/tNach dem Sprung über 240–245 €/t befindet sich der Markt in einer neuen technischen Zone. Unterstützungen: 247–250 €/t 242–245 €/t 238–240 €/t Widerstände/Ziele: 253–255 €/t 256,75 €/t – altes Novemberhoch 2024-260 €/t 265 €/t Szenario 1 – 256,75 € , ein nachhaltiger Tagesschluss oberhalb des alten Hochs wäre technisch stark. ➡️ 260 €/t und anschließend: ➡️ 265 €/t werden dann realistische nächste Zielzonen. Bei anhaltender Schwarzmeer-Eskalation wäre auch eine überschießende Bewegung darüber nicht auszuschließen. Szenario 2 – Markt scheitert bei 256–257 €, Dann wäre nach der schnellen Rally zunächst eine Konsolidierung auf 247–250 €/t völlig normal. Erst unter 242–245 €/t würde sich das technische Bild deutlicher eintrüben. 🚜 Vermarktung Weizen Nach der Rally von unter 230 auf über 250 €/t würde ich die Vermarktung jetzt etwas aktiver gestalten: 👉 250–257 €/t: weitere Teilmenge absichern. 👉 Gut vermarktete Betriebe können Restmengen auf einen Test von 256,75 €/t laufen lassen. 👉 Ausbruch >256,75 €/t: nicht sofort alles verkaufen – dann werden 260–265 €/t interessant. Der Bericht dient ausschließlich Informationszwecken und stellen keine Anlage- oder Handelsberatung dar. Redaktionell geprüft und veröffentlicht durch Buthega. KI wurde unterstützend für Recherche, Analyse und Redaktion eingesetzt.
0 Comments
Leave a Reply. |
AutorBianca Buthmann
Kategorien
All
|
RSS Feed